GL | Das Silbenfugen-h

Musterkarte Silbenfugen-h in der RE-Form | Barbara Heuberger, Tübinger Orthografie-Programm[geːən]  – ein Wort, vier Laute, fünf Buchstaben. Beim Schreiben kommt  noch ein Silbenfugen-h dazu. Gesprochen wird es nicht, weshalb Schreibanfänger es für verzichtbar halten.

Dabei leistet es gute Dienste. Es steht ja nicht irgendwo im Wort, sondern an einer kritischen Stelle – da, wo zwei Vokale aufeinander treffen.  Die wollen nämlich nicht miteinander verschmolzen werden [geːn]. Das Silbenfugen-h (auch silbentrennendes -h- genannt) wirft sich also dazwischen und sorgt so für klare Verhältnisse.

Manchmal ist kein Pendler da. Nimm dafür ein Fugen-h!

Die RE-Form macht es sichtbar: Wenn auf einen betonten Langvokal ein Schwa-e folgt, darf das konsonantische Pendlerfeld dazwischen nicht leer bleiben. Das -h- ist für diese Besetzung bestens geeignet. Wie Harry Potter im Tarnumhang ist es zwar da, aber man bemerkt es nicht. 😎 

Zu -au-, -ei-, -eu-, das merke ja, gehört kein Silbenfugen-h!

Was aber, wenn Zwievokal und Schwa aneinandergrenzen, wie in bau-en? Hier haben wir es mit einem ausgesprochenen Sonderfall im Kernwortschatz zu tun. Bei Wörtern dieses Musters – und nur hier – gibt es tatsächlich keinen Pendler. Warum auch! Eine Lesehilfe erübrigt sich in diesem Fall, denn drei Vokale können nicht zusammengezogen werden.

Fünf tanzen aus der Reihe!

Reihen, leihen, weihen, gedeihen und verzeihen. Diese fünf halten sich nicht an die Abmachung. Trotz Zwievokal -ei- haben sie ein Silbenfugen-h-. Natürlich nicht aus orthografischem Übermut, nein, sie haben durchaus gute Gründe. Aber wie auch immer – Merkwörter sind sie allemal!

 


Barbara Heuberger | Lizenzversion CC-BY-SA


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