GL | Konsonantenverdopplung

Musterkarte RE-Form | Barbara Heuberger, Tübinger Orthografie-ProgrammFe-der – Felder, ra-ten – rasten

Langvokal oder Kurzvokal? In der RE-Form steuert das die Jalousie, das grau-gelbe Streifenfeld am Ende der betonten Silbe.

Ist die Jalousie hochgezogen, so reicht das Vokalfeld bis ans Silbenende. Der Vokal ist lang (Fe-der, ra-ten).
Ist sie unten, folgt dem Vokal ein Stopperkonsonant. Der Vokal ist kurz (Fel-der, ras-ten).

Stopper und Pendler als Silbengelenk

Ich möchte Tonnen schreiben. Die Lautfolge von Tonnen entspricht der Buchstabenfolge T, O, N, E, N.
In der RE-Form zeigt diese Buchstabenfolge aber ein Wort mit Langvokal an:
TO-NEN.

Für einen Kurzvokal brauche ich eine geschlossene Jalousie mit Stopperkonsonant. Dazu klone ich das -n- der zweiten Silbe und platziere es als Untermieter gleich hinter dem Langvokal der ersten Silbe.

Ein Silbengelenk ist entstanden. Das bedeutet, das -n- ist als Laut nur einmal zu hören und gehört standardmäßig der zweiten Silbe an. Aber auch der Vokal der ersten Silbe braucht das -n- als Schärfungsmarkierung. Das -n- gehört also beiden Silben an. Als Silbengelenk wird es einmal gesprochen, aber zweimal geschrieben.

 


Barbara Heuberger | Lizenzversion CC-BY-SA


 


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1 Kommentar

  1. Hallo Frau Heuberger,
    ich freue mich sehr, bei Ihnen nun eine plausible Erklärung für die Doppelkonsonanten zu finden, die meinen eigenen Überlegungen entspricht. Das tut wirklich gut! Ich habe in meiner Ausbildung noch gelernt, dass man die doppelten Konsonanten hörbar machen kann, indem man die Silben klatscht und deutlich mitspricht. Dann höre man am Ende der ersten Silbe eben den gleichen Konsonanten wie am Anfang der nächsten. So würden diese Wörter zu Mitsprechwörtern. Auch meine Tochter wurde noch so als Lehrerin ausgebildet – also hält sich diese Strategie. Für mich funktionierte das aber so nicht. Denn ich kann diese Worter mit Doppelkonsonanten erst dann so aussprechen, wenn ich schon weiß, dass sie mit Doppelkonsonanten geschrieben werden. Normal spricht man den Konsonanten nur einmal – und das sagen Sie auch! Ich habe echt viele Gespräche darüber geführt und bin irgendwie immer etwas ratlos angeschaut worden.
    In der Förderung bin ich dann ähnlich vorgegangen, wie Sie es in dem Lied von den flotten Hottentotten (tolles Lied!) zeigen: wir haben zuerst den unterschiedlichen Klang der kurzen und langen Vokale erforscht, Kontrastpaare gebildet und den Rhythmus dieser Kontrastwörter mit Klangstäben gekopft, die Wörter in Silbenhäuschen eingetragen, an Pseudowörtern das richtige Aussprechen geübt und dann beim Schreiben immer die Gegenprobe gemacht: Wie klingt es normal? z.B. Hotentoten oder Hottentotten? Wissen oder Wiesen? (oh, das gibt es ja beides) Es ist aber immer noch schwer genug für die SchülerInnen!
    Ich hoffe, dass viele Lehrerinnen ihren Beitrag lesen! Danke!
    Herzliche Grüße
    Miriam Schlindwein

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