GL | Nachsilben

Nachsilben bestimmen die grammatische Wortart

Im nativen Wortschatz gibt es Nomen- und Adjektivnachsilben. Durch Anhängen einer Nomennachsilbe kann ein Adjektiv zum Nomen werden (schön → Schönheit) oder umgekehrt (Glück → glücklich).

Nachsilben sind nicht Teil der RE-Form

Vielmehr überlagern sie die E-Endung der RE-Form (Körb-chen statt Kör-be).
Auch phonetisch vollzieht sich eine Überlagerung. Der Pendler, Endlaut des Wortstammes, ist auf einen nachfolgenden Vokal angewiesen. Nachsilben beginnen aber überwiegend mit einem Konsonanten und bilden somit orthografische Geheimecken (*Körpchen, *Freuntschaft …).
In der RE-Form werden derlei ungünstige Konstellationen aufgelöst, indem die Konsonantennachsilbe durch die E-Endung ersetzt wird.

Verlänger‘ den Wortstamm …

*Ret-ner Re-de
*Äuk-lein Au-ge
*Grüp-ler grü-beln
*Sek-ler Se-gel
*Klös-chen Klö-ße
*Sam-ler sammeln
*mü-sam Mü-he

 

Endungen

unterscheiden sich von Nachsilben in der Funktion: Sie flektieren ein Wort (soll, sollst, sollt, sollte, solltest, sollen). Wie Nachsilben werden sie an den Wortstamm angehängt. Konsonantenendungen verursachen die gleichen orthografischen Stolperfallen wie Konsonantennachsilben. Natürlich heißt auch hier die Strategie: Verlänger‘ den Wortstamm.

 


Barbara Heuberger | Lizenzversion CC-BY-SA


 

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